[Pressemitteilung] BMBF-Studie: Studiengebühren schrecken ab

Heute wurde bekannt, dass das Bundesministerium für Bildung und Forschung über einen längeren Zeitraum eine Studie zurück gehalten hat, welche die abschreckende Wirkung von Studiengebühren belegt. Bei dieser von Ministerin Schavan (CDU) in Auftrag gegebenen und vom Hochschul-Informations System (HIS) durchgeführten Studie kam heraus, dass rund 18.000 junge Menschen des AbiturientenInnen-Jahrgangs 2006 aufgrund von Studiengebühren kein Studium aufgenommen haben. „Was wir schon immer gesagt haben, ist nun wieder einmal bewiesen worden: Studiengebühren schrecken vom Studium ab.“, so Irene Thesing, Hochschulpolitikreferentin und Sprecherin im AStA, „Dass die Studie so lange zurückgehalten wurde ist ein Skandal. Es zeigt wieder, dass die Regierung kein Interesse daran hat, die Bildungssituation zu verbessern und mehr Menschen Zugang zu Bildung zu ermöglichen.“ Dass die Bildungsministerin die Möglichkeit hat, so eine Studie zurückzuhalten zeugt von deutlichen Mängeln in der demokratischen Kontrolle.

Besonders Kinder aus bildungsfernen Schichten werden, so die Studie, vom Studium noch mehr abgeschreckt als bisher. „Gerade diese Kinder kommen durch das selektive Schulsystem nur selten an die Hochschule. Jetzt werden sie durch Studiengebühren und die Angst, sich zu verschulden, noch mehr abgeschreckt.“ ergänzt Jörg Langbein, ebenfalls Hochschulpolitikreferent.

Geht es also tatsächlich nur darum, die Universitäten auszufinanzieren oder darum bestehende Eliten zu reproduzieren? Wenn die Kanzlerin sich am Mittwoch zum Bildungsgipfel trifft, muss sie sich auch solche Fragen gefallen lassen. Es ist kaum zu erwarten, dass dort endlich Maßnahmen vorgeschlagen werden, die mehr Menschen allgemein und jene aus bildungsfernen Schichten speziell den Weg zu Bildung und einem Studienabschluss ermöglichen.
Um dies zu erreichen muss einiges geschehen, ist sich der AStA sicher: „Wir fordern die sofortige Abschaffung aller Gebühren für Bildungseinrichtungen, sowie den Stopp der Trennung von Kindern nach der 4. Klasse auf unterschiedliche Schulen. Dies widerspricht allen Ergebnissen der Bildungsforschung. Wir fordern die Bundes- und Landesregierungen und ebenso den Senat der Universität Münster auf, endlich die Studien- und Forschungsergebnisse in ihrer Bildungspolitik zu beachten und diese danach auszurichten.“