[Pressemitteilung] Klasse Bildung statt Klassenbildung

Die Tagung „klasse.bildung.klassenbildung“, die vom 28. – 30. April 2006 in der Mensa I (am Aasee) des Studentenwerkes stattfinden wird, sucht bundesweit ihres gleichen. Sie will nicht nur die sozial ausgrenzenden Mechanismen im deutschen Bildungssystem kenntlich machen, sondern auch über die soziale Durchlässigkeit von Bildungseinrichtungen informieren, um so eine Bestandsaufnahme vorzunehmen.

Unser Ziel ist es über die Ausgrenzung von sozial Schwachen im deutschen Bildungswesen aufzuklären“, meint dazu Andreas Kemper vom Referat für kulturell und finanziell benachteiligte Studierende des AStA der Uni Münster. „In einer derart umfassenden Form, wie bei dieser Tagung über soziale Ausgrenzung gesprochen werden wird, ist es bundesweit einmalig.“

Zahlreiche bundesweit bekannte ReferentInnen werden die Tagung inhaltlich begleiten. Hierzu zählen der Soziologe und Elitenforscher der TU Darmstadt Michael Hartmann, der zuletzt mit seiner Studie „Studiengebühren und Hochschulzugang: Vorbild USA?“ an die Öffentlichkeit trat. Er wird den Eröffnungsvortrag am Freitag um 20 Uhr halten und an der Podiumsdiskussion Samstagabend 19.30 Uhr teilnehmen. Desweiteren referieren Marianne Demmer, Vorstandsmitglied der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft über die „frühkindliche Erziehung bis zur ersten Schulformempfehlung. Die weiteren ReferentInnen Tino Bargel, Hochschulforschung Konstanz, Dr. Ulrich Heublein, HIS Hochschulinformationssysteme, Mechthild Gomolla, Erziehungswissenschaftlerin der Uni Münster, Torsten Bultmann vom BdWi, Christoph Ehmann, Bildungsforscher aus Bielefeld, Markus Schölling, Gesellschaftswissenschaftler der Uni Wuppertalund Bernhard Liebscher, Referent für Studienfinanzierung des Deutschen Studentenwerkes leiten über zum Hochschulzugang und beleuchten die Bildungsdiskriminierung an der Hochschule.

Warum gibt es in Deutschland so viele Studienabbrecher? Wie sieht es mit der Studienfinanzierung aus? Und wer studiert überhaupt, und warum? Diese und andere Fragen sollen auf der Tagung angesprochen und auseinander genommen werden.

Ganz besonders freuen wir uns über unsere Gäste aus Wien von der Östereichischen HochschülerInnenschaft (ÖH)“, so Olaf Götze, ebenfalls FiKuS – Referent. „Nach Münsteraner Vorbild gibt es dort nun auch ein Arbeiterkinderreferat.“ Die Studierendenvertreter der ÖH berichten im Vortrag „Speed kills!“ von den Erfahrungen mit Bildungsbenachteiligung in Österreich.

Im Rahmen einer Folgetagung sollen konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Chancengleichheit erarbeitet und diskutiert werden.

Die Tagung richtet sich insbesondere an Studierende bildungsferner Herkunft und an alle bildungspolitisch Interessierten aus der Hochschule und darüber hinaus. Sie wird organisiert vom AStA der Uni Münster mit Unterstützung des fzs (freier zusammenschluss von studentInnenschaften) und dem Studentenwerk Münster, sowie der finanziellen Unterstützung zahlreicher ASten und der GEW Münster. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen teilzunehmen. Die Tagung findet in den Räumlichkeiten des Studentenwerkes, Mensa I am Aasee statt und es sind noch Plätze frei. Alles weitere finden sie unter www.klassenbildung.de