[Pressemitteilung] OECD-Studie bestätigt GebührengegnerInnen

Studiengebühren lassen Deutschland im internationalen Vergleich weiter zurück fallen

Die gestern von der OECD veröffentlichte Studie geht mit der deutschen Bildungspolitik hart ins Gericht. So weisen die Verfasser unter anderem darauf hin, dass der Bildungserfolg eines Menschen in Deutschland immer noch von seiner sozialen Herkunft abhängt. Der Anteil der Akademikerkinder, die einen Hochschulabschluss erwerben, ist laut Studie 2,2 mal so hoch wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht. In anderen europäischen Ländern spielt dagegen die soziale Herkunft der Eltern längst keine Rolle mehr für den Bildungserfolg junger Menschen.

Die nun erschienene OECD-Studie belegt somit endgültig, dass Studiengebühren gerade Menschen aus bildungsfernen Schichten von einem Studium abschrecken, macht Veith Lemmen, AStA-Vorsitzender der Uni Münster deutlich. “Die OECD-Studie bestätigt insofern lediglich die 18. Sozialerhebung des deutschen Studentenwerkes.”

Diese kam vor kurzem zu dem Ergebnis, dass der Anteil der Studierenden aus den unteren sozialen Schichten in den letzten Jahren noch einmal zurückgegangen ist.

Während 2003 noch 26 von 100 Kindern aus diesen Schichten den Weg an die Hochschule fanden, waren es im Jahre 2006 nur noch 23 von 100”, fügt Nicolin Schmiedgen, AStA-Sozialreferentin hinzu.

Dies hat, so die OECD-Studie, beispielsweise zur Folge, dass in Deutschland, die ausscheidenden Lehrerinnen und Lehrer nicht in ausreichender Zahl durch junge Hochschulabsolventen ersetzt werden können.

Gerade aber junge, gut ausgebildete Pädagoginnen und Pädagogen sind die Grundvoraussetzung für eine Verbesserung des deutschen Bildungssystems”, so Öffentlichkeitsreferent Jörg Rostek.

An Hand der nun veröffentlichten Studie wird ersichtlich, dass das von der Bundesregierung formulierte Ziel, 40 Prozent eines Jahrgangs an die Hochschulen zu bringen, durch die Einführung von Studiengebühren in weite Ferne rückt, bringt es André Schnepper, Hochschulpolitikreferent, auf den Punkt. “Deshalb fordern wir den Senat der Uni Münster auf Studiengebühren wieder abzuschaffen, um somit ein Signal zu setzen, dass nur eine staatliche Finanzierung, die sich an den Bedürfnissen der Hochschulen orientiert, den Mangel an Akademikerinnen und Akademikern beheben kann.”