Vollversammlung der „Arbeiterkinder“

 

Am Donnerstag, den 15.01., richtete das autonome Referat für finanziell und kulturell benachteiligte Studierende (fikuS‐Referat) seine jährliche Vollversammlung aus. Das Referat ist auch als „Arbeiterkinder‐Referat“ bekannt und deutschlandweit das erste seiner Art. Seit seiner Gründung vor zwölf Jahren hat es sich mit sozialer Diskriminierung und der Ungleichheit von Bildungsvoraussetzungen beschäftigt und die Situation an der Universität Münster kritisch unter die Lupe genommen. Die rekordverdächtige Beteiligung an der Vollversammlung mit über 60 Studierenden zeigt, dass das Thema nach wie vor einen Nerv trifft. In Zeiten wachsender sozialer Ungleichheit ist das fikuS‐Referat wichtiger denn je.

Vielenorts mangelt es am Bewusstsein für die Probleme, unter denen gerade Studierende der ersten Generation immer noch leiden. Deshalb soll die fikuS‐Vollversammlung zunächst die Möglichkeit bieten, sich aktiv zur eigenen Herkunft zu bekennen und Probleme zu diskutieren, die in diesem Zusammenhang auftreten. Vor allem die mangelnde Aufmerksamkeit der eigentlich verantwortlichen Akteure in Hochschule und Gesellschaft ist von entscheidender Bedeutung für die Schlechterstellung im Studienalltag benachteiligter Studierender. Der Begründer des Referates, Andreas Kemper, erklärt dazu: „Gerade hier in Münster haben wir eine stark selektierende Bildungslandschaft. Es wäre schön, wenn das Rektorat auf die Studierenden mit sogenannter ‚niedriger‘ Herkunft zugehen würde.“

Auf der Vollversammlung selber wurden die bisherigen Tätigkeiten des Referates sowie mögliche inhaltliche Ausrichtungen für die Zukunft intensiv besprochen. Außerdem fand die planmäßige Wahl neuer Referenten*innen statt. Diese werden ab April mit ihrer Arbeit beginnen. Leider mussten mehrere Tagesordnungspunkte aufgrund der voranschreitenden Zeit verschoben werden. Dazu wird es im April eine weitere Vollversammlung geben. Dazu resümiert der amtierende Referent, (Name auf Wunsch des Ex‐Referenten entfernt) : „Das wieder erstarkte Interesse am Referat freut mich sehr und bestätigt mich in meiner Arbeit. Nichtsdestotrotz müssen nun weitreichende organisatorische Maßnahmen getroffen werden, um diesem gerecht zu werden und um ein weiteres Voranschreiten des Referates zu gewährleisten. Zur nächsten Vollversammlung hoffen wir auf noch mehr Resonanz denn nun wird es um die tatsächlichen Inhalte für die kommende Amtsperiode gehen.“ Man darf gespannt sein.

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